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Die Standardbus GbR

Seit dem 01.01.2009 besteht
die Standardbus GbR mit den Inhabern Stefan Fuchs und Daniel Therhaag.
Ziel der GbR ist es, einen historischen Omnibus zu erhalten und für
Foto- und Filmaufnahmen zur Verfügung zu stellen. Die Zielgruppe
erstreckt sich von Busfreunden über Oldtimertreffen bis hin zu
Filmaufnahmen im zeitgemäßen Rahmen.
Angeschafft wurde dafür ein Standard-Gelenkbus der ersten Generation vom
Typ Daimler Benz O 305 G. Das Fahrzeug wurde im Jahre 1985 gebaut und
weist folgenden Lebenslauf auf:
- Deutsche Bundesbahn (DB), Geschäftsbereich Bahnbus Stuttgart als DB
17-507 von 1985 bis 1988
- Regionalbus Stuttgart GmbH (RBS) als S-RS 554 von 1988 bis 1995
- Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG) als HSK-R 9545 von 1995 bis 1997
- Verkehrsgesellschaft Kreis Unna mbH (VKU) als UN-VK 295 von 1997 bis
1999
- Sieke KG Diemelstadt als KB-E 1009 von 1999 bis 2008
- Standardbus GbR Krefeld als KR-O 305 seit 2008

Der Begriff "Standardbus" beschreibt den 1966
entstandenen Wunsch, die Fahrzeugvielfalt der Nachkriegsjahre zu
beschränken. Initiator des so genannten Standardbusses war der
Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VöV, heute Verband deutscher
Verkehrsunternehmen VDV). Deshalb taucht statt Standardbus auch der
Begriff VöV-Bus auf. Auf der internationalen Automobilausstellung 1967
wurden schließlich die ersten Prototypen eines nach Typempfehlungen des
VÖV gebauten elf Meter langen Standardlinienbusses für den Stadtverkehr
vorgestellt. Mit Heckmotor als Einmannbus ohne Schaffnerplatz wurde er
von den Herstellern Büssing, MAN, Daimler-Benz, Magirus-Deutz und Ikarus
ab 1968 in Serienproduktion angeboten.
Außerdem wurden Fahrzeuge im Ausland gebaut, die dem VÖV-Bus weitestgehend entsprachen.
Da waren Berliet/F (später Renault) mit dem PR 100, der auch bei Jelcz in Polen in Lizenz nachgebaut worden ist,
Scania und Volvo sowie der belgische Karosseur Jonckheere (vor allem für die Verkehrsbetriebe in Brüssel und auf Basis Volvo).
Die Vorteile für die Verkehrsbetriebe lagen bei Kostenreduzierungen im
Unterhalt, da wichtige Teile herstellerunabhängig austauschbar waren.
Dazu zählen insbesondere die Windschutz- und Seitenscheiben, die
Innenschwenktüren, Außenbeleuchtungselemente und Vorrichtungen für die
Fahrgastinformation. Der Standardbus brachte auch Verbesserungen für die
Fahrgäste mit sich, wie einen niedrigeren Wagenboden, standardisierte
Ein- und Ausstiege sowie Informationen über Liniennummer und Fahrtziel
an immer derselben Stelle. Das Personal profitierte darüber hinaus von
einem weitestgehend einheitlichen Fahrerarbeitsplatz. Hier kam es jedoch
zu Unterschieden bei der Ausgestaltung. Wie auch bei Inneneinrichtung,
Frontelementen sowie nicht zuletzt Motorisierung und Antrieb hatten hier
die Hersteller die Freiheit individuelle Akzente zu setzen. Gegenüber
der zuvor produzierten Typenvielfalt erschien der neue Standardbus
nüchtern praktikabel und sehr „eckig“.
Kurz darauf wurde auch dem Wunsch nach einem Standardbus für den
Überlandverkehr Rechnung getragen. Es entstand eine Typenempfehlung für
den StÜLB, den Standardüberlandlinienbus. Er unterschied sich vom
VöV-Stadtbus durch ein verlängertes Fahrgestell mit höherem Wagenboden
und Unterflurkofferräumen, eine rundere Front- und
Windschutzscheibengestaltung, Außenschwingtüren sowie einer höheren
Anzahl und bequemerer Sitzplätze. Trotz der Abweichungen war die
Verwandtschaft mit dem VöV-Bus nicht zu übersehen. Hersteller waren
Büssing-MAN, Daimler-Benz und Magirus-Deutz.
In den folgenden Jahren boten die Hersteller auch Mischformen an.
Beispielsweise wurden VöV-Busse auch mit StÜLB-Front, StÜL-Busse auch
mit VöV-Türen angeboten.
Ein besonderes Kapitel waren die Gelenkbusse. Abseits der
Standardisierung wurden an StÜLB, vor allem aber an VöV-Bus angelehnte
Gelenkfahrzeuge mit Längen zwischen 16,5 und 18 Metern gebaut. MAN bot Fahrzeuge mit Mittelmotor im Vorderwagen und Antrieb
auf der zweiten Achse an. Spätere Gelenkbusse von MAN und Magirus-Deutz hatten
zur besseren Fahreigenschaft den Motor im Nachläufer und den Antrieb via
Gelenkwellen auf der zweiten Achse im Vorderwagen. Daimler-Benz hatte
seit 1978 dabei bereits einen patentierten Schubgelenkbus mit Motor und
Antrieb im Nachläufer im Angebot. Bis 1985 durfte jedoch kein anderer Hersteller das Patent mit dem Knickschutz nutzen.
Grundsätzlich ist der hier vorgestellte Standardbus gar keiner,
denn für Gelenkbusse existierte erst für die Standardbusse der zweiten
Generation ein entsprechendes Lastenheft.
Wir möchten uns an dieser Stelle für die zahlreichen sach- und tatkräftigen Unterstützungen bedanken.
Das Fahrzeug konnte durch die enorme Mithilfe zügig in einen außergewöhnlich ansehnlichen Zustand versetzt werden.
Dabei sind zwei Namen besonders hervorzuheben:
Kristian Stock ist mit seinem technischen Sachverstand und seiner großzügig bereitgestellten Freizeit eine unverzichtbare Hilfe.
Ulrich Bohnen hat das Fahrzeug von Anfang an fotografisch auf Schritt und Tritt begleitet sowie keine Fahrt verpasst.
Durch seine unumwundene Begeisterung für das Fahrzeug wurden wir selbst immer wieder aufs neue motiviert.
Am 20.01.2010 verstarb Ulrich Bohnen für alle sehr überraschend im Alter von 28 Jahren. Er reißt damit eine nicht zu füllende Lücke - bei weitem nicht nur im Projekt Standardbus.
Wir werden Uli nie vergessen und widmen ihm fortan jeden Handschlag am Bus und jeden zurückgelegten Kilometer.
Tschüss Uli!
 (nach oben)
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